Leistung

An der Eichendorffschule lernen derzeit 160 Schülerinnen und 202 Schüler in 5 Halbtagsklassen und 12 gebundenen Ganztagsklassen sowie einer Deutschklasse. Das sind 362 Kinder mit jeweils ganz eigenen Biografien und individuellen Bedürfnissen, aufgeteilt in 18 Klassen. 230 dieser Kinder haben eine Migrationsbiographie und 16 junge Menschen werden in der Deutschklasse unterrichtet. Die Kinder und Jugendlichen kommen aus 35 Nationen. Die Schülerschaft generiert sich aus sechs verschiedenen Grundschulen, überwiegend in den Stadtteilen Erlangen-Bruck und Anger. Hier leben viele Familien, die Transferleistungen erhalten. Für unsere Schule bedeutet das, dass jedes dritte Kind arm ist.


Die Fünftklässler kommen nach der Grundschule an die Eichendorffschule. Sie haben den begehrten Übertritt an eine andere weiterführende Schule nicht geschafft. In ihrem Übertrittszeugnis steht ein Notendurchschnitt aus den Fächern Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht von 3,0 und schlechter. Häufig ist die Mathematiknote ausreichend oder gar mangelhaft. Etliche Schülerinnen und Schüler lehnen Mathematik ab oder glauben, dass sie Mathe nicht könnten.

Im Raum der Mathematik reagieren wir auf beide Herausforderungen. Der gesamte Mathematikunterricht der 5. und 6. Klassen findet in diesem Raum statt. Durch intensive Begleitung durch drei Pädagogen (Klassenlehrkraft, Förderlehrerin, Pädagoge in der Bildungsarbeit) intensivieren wir die individuelle Förderung. Durch handlungsorientiertes und differenziertes Lernmaterial, angelehnt an die Montessori-Pädagogik, erhöhen wir das Verständnis und stärken die Motivation. Durch die sogenannten Navi-Blätter fordern wir zunehmend Eigenverantwortung ein.

Die sechsten Klassen stellen sich zu Beginn des Schuljahres den bayernweit einheitlichen und verbindlichen Jahrgangsstufentests in Mathematik.

Der schulinterne Durchschnitt in Mathematik des Schuljahres 2016/17 lag bei 3,3 und damit etwas über dem bayerischen Mittelwert von 2015. Der Schnitt für 2017/18 lag bei 4,0.

Für unser Verständnis von Leistung ist das durchaus wichtig, aber nicht das allein entscheidende Kriterium. Entscheidend ist die Beobachtung, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die motiviert und engagiert im Fach Mathematik lernen, seit Beginn der Arbeit im Raum der Mathematik signifikant gestiegen ist. Das zeigt uns eine interne Evaluation durch Befragung der Schülerinnen und Schüler sowie das kontinuierliche Feedback im Rahmen der Logbuchgespräche. Durch die positive Einstellung zur Mathematik, das eigenverantwortliche und selbstorganisierte Lernen und die Unterstützung der Lernenden durch Lehrer als Coach erwarten wir weitere Lernerfolge.

In der 7. Jahrgangsstufe findet das Lernen in Deutsch, Mathematik und Englisch in Lernbüros statt. Die differenzierte Aufbereitung der Lerninhalte ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern eigenverantwortlich und selbstorganisiert zu lernen. Sie bestimmen innerhalb organisatorischer und pädagogischer Leitplanken Fächer, Inhalte, Lerntempo und Termine für Leistungsnachweise selbst. Der Schule ermöglicht die Lernbüroarbeit auf äußere Differenzierung zu verzichten und die Jugendlichen dennoch optimal auf die drei Abschlüsse der Mittelschule vorbereiten zu können. 50% der Siebtklässler des Schuljahres 2017/18 hatten die formale Berechtigung, den Weg zum mittleren Schulabschluss zu gehen. Ihre Durchschnittsnote in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch war besser als 2,66. Wir führen diese Entwicklung neben der intensiven Förderung auch auf die pädagogisch-integrative Beschulung von Regel- und Mittlere-Reife-Schüler zurück.


Vergleichsarbeiten sind standardisierte Schulleistungstests, die eine objektive, auf einen nationalen Maßstab (Bildungsstandards) bezogene Bestimmung von Schülerleistungen ermöglichen. In der Mittelschule sind sie in der 8. Jahrgangsstufe in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch vorgesehen, wobei die Teilnahme an einem dieser Fächer für alle Schüler/-innen verpflichtend vorgegeben wird. An der Eichendorffschule werden die Vergleichsarbeiten in mindestens einem weiteren Fach durchgeführt.

Im Schuljahr 2015/2016 war die Teilnahme an den Vergleichsarbeiten Mathematik verpflichtend. Insgesamt 56 Schüler/innen der 8. Jahrgangsstufe, davon 39% im M-Kurs, nahmen an der Schulleistungstestung teil. Aus der Auswertung der Gesamttestergebnisse können zwei wesentliche Erkenntnisse gezogen werden.

Erstens: Im Vergleich zum Durchschnitt aller bayerischen Mittelschulen liegt der Anteil der Schüler/-innen im Mittlere Reife-Zug an der Eichendorffschule um rund 10 % höher. Stellt man die Eichendorffschule dem Durchschnitt ähnlicher Mittelschulen gegenüber, so sind es sogar 17% mehr M-Schüler. Damit streben signifikant mehr Schüler/-innen den mittleren Schulabschluss an.

Zweitens: Die Ergebnisse von VERA 8 zeigen, dass dadurch kein substantieller Qualitätsverlust entsteht. Es ist ein signifikanter Leistungsniveauunterschied zwischen den Resultaten der Regel- und M-Schüler/-innen erkennbar.


An der Eichendorffschule erwerben unsere Schülerinnen und Schüler das Wissen und die Kompetenzen, die der Einzelne für seinen weiteren Weg braucht. Unser grundsätzliches Ziel ist es, dass alle Jugendlichen einen Abschluss erreichen, um die Anschlussmöglichkeiten der schulischen oder beruflichen Aus- und Weiterbildung erfolgreich nutzen zu können.

In den vergangenen Jahren musste kein Schüler unsere Schule am Ende der 9. Jahrgangsstufe ohne den Mittelschulabschluss verlassen. Im letzten Jahr waren es darüber hinaus rund 70 Prozent der Absolventen, die den qualifizierenden Mittelschulabschluss erreichten. Die Prüfung zum mittleren Bildungsabschluss meisterten, wie in den letzten Schuljahren ebenfalls, sogar alle Schüler der 10. Jahrgangsstufe erfolgreich.


Filme sind ein geeignetes Medium, um Schüler sowohl auf bewusster als auch auf unbewusster Basis zu erreichen. Deshalb gibt es seit einigen Jahren regelmäßig Filmprojekte, in denen Schüler nicht nur Filme ansehen und analysieren, sondern auch selbst Filme drehen.

In der heutigen Zeit, in der Jugendliche ständig mit Videos am Smartphone und PC konfrontiert werden, ist es für sie oftmals nicht mehr klar, was real und was gestellt ist. Durch die Teilnahme an Filmproduktionen erkennen sie wie einfach es ist, durch Medien zu manipulieren und werden im besten Fall achtsamer. Zudem kann man natürlich auch das Medium an sich nutzen, um bestimmte Themen anzusprechen oder um Aufmerksamkeit für Missstände zu wecken.

Mit den Schülern haben wir bereits mehrere Filme gedreht, z.B. zu den Themen Rassismus, übermäßige Handynutzung, Mobbing oder auch einfach nur Unterhaltungsfilme. Mit unserem Film GRAUSCHWARZ, der Diskriminierung und indirekt auch Rassismus anspricht, wurden wir beim Jugendfilmfestival Mittelfranken 2016 für den „Newcomer Award“ nominiert. Im Jahr 2017 waren wir mit 3 verschiedenen Filmen beim Festival vertreten.

Für die Schüler sind diese Produktionen auch auf der sozialen Ebene wertvoll. Ein Filmteam muss gut zusammen arbeiten, Schauspieler müssen aus sich rausgehen können und nur wenn die Disziplin bis zum Ende der teils sehr anstrengenden Produktionen gehalten wird, bekommen die Schüler ein wunderbares Ergebnis, das sie dann sogar auf großer Leinwand und vor großem Publikum zeigen können.

Hier zwei Beispielfilme:

Film: Alessandro Film: SMOMBIE 2035
vimeo.com/175347483 www.youtube.com/watch